Sonntag, 20. September 2009

Dinner for two, Mimomi & Ikebukuro

Heute habe ich Jezebel und den unsüßesten Hund der Welt ("Kinyo"= Goldfisch; der ist sogar noch hässlicher als das Ding, Kristina xD) in ihrem "Palast" besucht. Das Haus ihrer Gastfamilie ist ja sooo groß! Und total toll: Fast alles ist aus Holz; ob Böden, Wände, Türen oder Mobiliar. Es hat sogar drei Stockwerke. (Traditionell war nur eins, aus Platzmangel und wegen winziger Grundstückchen waren zwei üblich.) Und ganz oben ist das Turmzimmer mit schönem Balkon von Jezebel. Ich kenne bisher nur zwei japanische Häuser von innen. In Japan ist es nämlich gar nicht üblich, Leute zu sich einzuladen. (Man trifft sich an öffentlichen Plätzen oder in Lokalen) Beide sind typisch japanisch, aber trotzdem so verschieden!
Der Besuch war nicht ohne Grund, wir hatten nämlich für heute etwas feines geplant: Ein leckeres Essen für uns beide. Thaa, und nachdem wir beide einen kleinen Lehrgang im Reiswaschen und -kochen bekommen haben, hat sogar das mal geklappt xD Und was gab's leckeres dazu? Tomaten, Gurken, geräucherten und goudaähnlichen Käse, Kimochi und als Nachtisch Hokkaidomelone. Und auch bei den Getränken waren wir nicht knauserig: Es gab Kranwasser mit einem Geschmacksschuss Kirschsaft xP Das war das beste Essen bisher hier in Japan!
Mmmmmh. Dinner for 2 No. 2 folgt diese Woche bei mir x)

Anschließend gab's 'ne Sightseeingtour durch Mimomi, der Funabashiteil in dem Jezebel wohnt. Takanekido (mein Teil) und Mimomi liegen von der Luftlinie her gesehen so 3- 4 km auseinander. Allerdings liegen die Bahngleise für unsere Lokalbahn total banane:

Größere Kartenansicht
Da fährt man eben mal 20min. Ich brauche zu Fuß 10min. zur Bahnstation und von der Mimomistation zu Jezebel sind es auch noch mal 20min. Macht also 50min um von A nach B zu kommen.

Und jetzt wieder interessante Eigenheiten der japanischen Kultur: Japaner sind für Religionen total offen und gehören z.T. mehreren gleichzeitig an. Sie besitzen die unchristliche, wunderbare Eigenschaft, alles miteinander zu vereinbaren und ihren Glauben sehr individuell zu gestalten. Kein Zwang zum sonntäglichen Schaugang zur Messe oder zum katholischen, kircheneigenen, weltfremden päpstlichem Humbuck. Japaner können Buddhist und Christ zugleich sein. So findet man selbst in Japan kleine Kirchen (von außen ist keine speziellere Zugehörigkeit erkennbar) wie diese in Mimomi:
Kompakt wie ein Wohnhaus.
Und so sieht eine kleinstädtische Feuerwehrstation aus.
Subtropische Blümchen, die vorallem in Mimomi sehr gepflegt werden.

Nachdem wir dann schön geschmaust haben sind wir wieder mal naaaach...ja, wohin?... TOKYOOO gezuckelt x) Heute hatte ich meinen dritten Schüler. In den E-Mails schrieb er in richtig gutem Deutsch, dass er gerne Deutschunterricht hätte... Okeee. Durch einen seiner beiden Vorgänger habe ich schon erfahren müssen, dass geschriebenes Sprachniveau überhaupt nicht dem gesprochenen entsprechen muss... Aber der ist wirklich gut! Und ich war mal wieder High Society Luft schnuppern. Diesesmal ging's in ein Nobelcafé in Ikebukuro und ich habe endlich wieder mal guten Kaffee getrunken. Aber der fiesteure Apfelkuchen schmeckte, als hätten die den aus einem Discounter. Jezebel ist also mal wieder durch die Gegend getourt und hat ein paar Ikebukurobilder geknipst.
Dieser Tokyostadtteil ist für uns aber nicht sonderlich ansprechend gewesen. Da war einfach nichts Besonderes. Obwohl, das stimmt so nicht ganz... Ikebukuro ist berüchtigt für ein ganz spezielles Genre: Enjokosai. Das meint einfach den teuer zu bezahlenden Kontakt in vielerlei Hinsicht von Schulmädchen zu älteren Herren. (http://de.wikipedia.org/wiki/Ikebukuro#Enjok.C5.8Dsa)
Mehr Interesse an dieser kranken japanischen Gesellschaft?
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=8653631&top=SPIEGEL&suchbegriff=ikebukuro&quellen=%2BBX%2CWIKI%2C%2BSP%2C%2BMM%2CALME%2C%2BMEDIA&vl=-100
Ich finde diesen Artikel überaus lesenswert. Das gibt nochmal eine ganz andere Sicht auf Japan, die zu viele Ausländer nicht kennen.

Den Tagesabschluss mit seinen hochphilosophischen, endlosen Gesprächen zweier Gleichgesinnter gab's natürlich in Ueno an unserem Lieblingsplatz am See. (Wir vertreiben leider immer wieder Schmusepäärchen von den Nachbarbänken, weil wir deutsche Trampel laut und ungeniert miteinander kommunizieren müssen...nee nee neee)
Und seit gestern sind dort im Park die Hauptwege mit hübschen Lampen dekoriert:
Für Jezebel extra eine mit Wassermotiv xP
Edit: Jetzt wissen wir, wie Alice Nine (eine japanische Visual Kei Rockband) die Inspirationen für ihre Songs bekommen xD Ich zitiere (J. = Jezebel; C.= ich):
Um 21:00 abends im Ueno Koen (Park), als wir an dem Karpfensee vorbeigingen.
J. "Ooh, lass mal schauen, ob hier noch Fische rumschwimmen!"
C. "Bestimmt nicht. Die pennen doch."
J. "Aah, da ist aber einer!"
C."Ach, is'n Schlafwandler."
J. "Mwahahahaha! Ein Sleepwalker! *yay* Daher hat Hiroto den Songtitel!"
C. "Mwahahahaha!"
Kapiert ihr nich, ne? Egal.

3 Kommentare:

  1. hehe im park steht nirgends ein "auslaender verboten..." aber... aber.. .du hast den sleepwalker fisch vergessen..
    T____T

    der artikel..
    ich weiss genau was du eben am telefon meintest.. und jah... allerdings... es stimmt..

    kenau, mal sehen was wir in unserer letzten gemeinsamen woche noch so zusammen schaffen.
    bevor es wohl dann erst naechstes jahr im sommer ein "visus lost in tokyo2" gibt...

    wieder mal ein schoener eintrag..
    und das bild mit unserem essen ist toll...

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  2. aaah, ich dachte, den wolltest du in deinen blog reinschreiben! deshalb habe ich ihn rausgelassen xD aber dann kommt er jetzt noch rein, keine frage XP

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  3. ja das essen sieht ja mal nicht schlacht aus;)
    muaaa:-*

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