In Tokyo findet man manches, das nicht ganz in das übliche Bild reinpasst und das sich zwischen all den neuen Sachen verkrümelt hat. Hier mal ein paar Einblicke:
Samstag, 31. Oktober 2009
Freitag, 30. Oktober 2009
Löcher, Baumkuchen & Bier
Kinder! Argh! Manchmal einfach nur aaaargh! Guckt euch das mal an:
Es macht nämlich anscheinend ziemlich Spaß den Knubbelfinger volle Möhre in ein Papierfenster zu manövrieren und sich anschließend über ein schönes, fettes Loch zu freuen. Und erst recht über den Ärger den man dadurch bekommt xD So ein Fenster ist nicht mal eben neu bespannt.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
浅草 &
Asakusa, der "Tempelbezirk" Tokyos - eigentlich nur eine Anhäufung ein paar Tempel mit ein bisschen Grün - stand heute auf meinem Plan. Und weil ich mir dachte: "Ach komm, soweit können zwei Viertel nicht auseinander liegen, also läufst du mal von der Ueno Station nach Asakusa" habe ich also Tokyos Nontouri-Gegend zu Fuß erkundet. Und es hat sich wirklich gelohnt! Weil ich mich natürlich verfranst hab, bin ich durch merkwürdigste Areas geeiert. Den ganzen Straßenzug der Hauptverbindung von Ueno nach Asakusa entlang, war ein Schreingeschäft nach dem Anderen. Alle verkauften Shinto- und Buddhaschreine für den Hausgebrauch und andere religiöse Utensilien. In manchen Geschäften sah man sogar Männer bei der Schnitzarbeit. Total toll! In Asakusa selber stehen sehr viele Tempel eingepfercht zwischen den Häusern. Wie gesagt, kommt man von der Hauptstraße ab, hat man oft das alte Edofeeling mit schmalen Straßen, knuffigen Häusern, Tempeln undundund
Mittwoch, 28. Oktober 2009
柿 - かき
Dienstag, 27. Oktober 2009
Vie de France
Japaner mögen Europa sehr. Sie mögen das Aussehen der Westler, den europäische Lebensstil, alles was daher kommt und was sich danach anhört. Es gibt genau eine Tasche, die "in" ist und die mal wieder die japanische Konformität und Gruppenzugehörigkeit ausdrückt: Louis Vuitton. Jede Japanerin hat eine Tasche oder einen Geldbeutel von Louis Vuitton. Warum? Nicht weil sie schön aussehen mit ihrem biederen, langweiligen, häßlichen Braun. Es gilt als Insignie des europäischen "Art de vivre". Noch nicht gewusst? Nanana, Japaner scheinen die besseren Europäer zu sein xD Es sieht wirklich schrecklich aus, in einem Zug voller sexy, schick und modisch gekleideter Frauen zu sitzen und von diesem Kackbraun umgeben zu sein. "Eine Tasche von Vuitton trägt man nicht der Ästhetik wegen, sondern als Statussymbol, als Zeichen der Zugehörigkeit zur Klasse." (Darum nerven Japaner - Neumann). 95% der Japaner geben in Umfragen an, der Mittelklasse zuzugehören. Eh ja. Da macht nur noch die Größe des Vuittonfetzens den Unterschied. Dafür gehen Oberschülerinnen sogar mit älteren Geschäftsmännern ins Bett ("Enjokosai")... Für eine Tasche mit der sie nichts weiter zeigen als: Ich bin genau wie alle anderen. Vuittons Verkaufspreise liegen in Japan auf dem eineinhalbfachen Niveau, was 50.000 - 60.000 Yen (370 - 450 Euro) für ein kleines Taschenmodell entspricht. Meinen sie wirklich damit ihrem Ideal näherzukommen?
Wenn ich durch Kaufhäuser gehe, werde ich oft betrübt. In der Kosmetikabteilung, die sich immer am Haupteingang befindet, hängt kein einziges Werbe- oder Markenposter einer "weltlichen" Kosmetiklinie, auf der eine Asiatin zu sehen ist. Nur westliche Models. Wie fühlt sich eine Japanerin, wenn ihr dauernd suggeriert wird, dass sie niemals das von der Modeindustrie vorgegaukelte, perfekte Schönheitsideal erreichen kann? Dass sie nicht "schön" ist, wegen ihrer kleinen, dunklen Augen, die groß geschminkt werden; wegen ihrer geringeren Körpergröße, die sie durch Highheels wettzumachen versuchen; wegen ihrer Haarstruktur, die mit viel Geld aufgehellt werden?
Wenn ich durch Kaufhäuser gehe, werde ich oft betrübt. In der Kosmetikabteilung, die sich immer am Haupteingang befindet, hängt kein einziges Werbe- oder Markenposter einer "weltlichen" Kosmetiklinie, auf der eine Asiatin zu sehen ist. Nur westliche Models. Wie fühlt sich eine Japanerin, wenn ihr dauernd suggeriert wird, dass sie niemals das von der Modeindustrie vorgegaukelte, perfekte Schönheitsideal erreichen kann? Dass sie nicht "schön" ist, wegen ihrer kleinen, dunklen Augen, die groß geschminkt werden; wegen ihrer geringeren Körpergröße, die sie durch Highheels wettzumachen versuchen; wegen ihrer Haarstruktur, die mit viel Geld aufgehellt werden?
Montag, 26. Oktober 2009
雨 & ラーメン
Heute wurde ich unter Fluten des Pazifiks begraben, die auf Tokyo niederpeitschten. Übel. Und dunkel. Das erste Zeichen aus der Überschrift "雨" - Ame - bedeutet Regen. Ich finde es ist wie ein schönes Bild, in dem Regen an ein Fenster fällt.
Japan-Special Essen: ラーメン - Rāmen. Eine ursprünglich chinesische Nudelsuppe und in europäischen Breiten als Instant-Nudelsuppe bekannt. Bekommt man hier auch in allen erdenklichen Formen - sogar vegetarisch x)
Instantsuppen gibt es meist in Styroporbehältern, in denen die Nudeln mit einem Klumpen Zutaten und einem Pulverpäckchen enthalten sind. Pulver drüberstreuen, heißes Wasser eingießen, Deckel zumachen, warten und fertig.
Asiatisches Fast Food. Pro Portion an die 500kcal.
Japan-Special Essen: ラーメン - Rāmen. Eine ursprünglich chinesische Nudelsuppe und in europäischen Breiten als Instant-Nudelsuppe bekannt. Bekommt man hier auch in allen erdenklichen Formen - sogar vegetarisch x)
Wie man lange Nudeln mit Stäbchen essen kann? xD Einfach den in den Mund stecken und hochziehen. Schlürfen erlaubt! x) Die Suppe kann man direkt aus dem Behälter trinken.
In Convenient Stores - Konbini - wird heißes Wasser zur Verfügung gestellt, damit man seine eben erworbenen Ramen direkt als Mittagspausensnack genießen kann.
In Convenient Stores - Konbini - wird heißes Wasser zur Verfügung gestellt, damit man seine eben erworbenen Ramen direkt als Mittagspausensnack genießen kann.
Sonntag, 25. Oktober 2009
V-Rock Mekka 2009
Und weil ich heute morgen meinen Popo nicht vom Futon hieven konnte, bin ich da statt um Einlassbeginn (9:00 am) erst um 11:00 in Makuhari Messe beim V-Rock Festival angekommen... 30.000 Besucher aus 49 Ländern an einem Fleck. VISUAL KEI!! Da war mein kleines Herzchen mit Bubbern völlig überfordert xD Muss man sonst in Tokyo (!) Visual Kei mit der Lupe suchen (wenn man nicht gerade in der Takeshita Street oder Sonntags am Yoyogi in Harajuku ist), war hier das Festival der Festivals dieser Musik- bzw. Kleidungssparte. Eigentlich drückt der Begriff "Visual Kei" nur einen Kleidungsstil aus, wird aber als Oberbegriff für Bands verwendet, die sich dem Genre zugesprochen haben (oder auch nicht). Visual Kei ist aber keine rein japanische Erfindung, sondern wird von Japanern als weiteführende Form der Stile von Kiss, Visage und all diesen Bands gesehen, die sich wiederum an dem japanischen Kabuki orientiert haben sollen (Traditionelles japanisches Theater). Mehr zu dem Thema könnt ihr unter Wikipedia erfahren.
Bevor ich nach Japan gekommen bin, dachte ich, Visual Kei und seine Ausläufer seien hier richtig bekannt. Die "Großen" dieser Sparte spielen immerhin in den größten Hallen Japans. Aber weit gefehlt. Kaum ein japanischer Jugendlicher kennt "the Gazette", "Miyavi", "Malice Mizer", "Dir en Grey", "Moi dix Mois" und so weiter und so weiter. Es nimmt selbst in Tokyo nur eine Untergrundszene ein, von der die meisten Japaner, die ich kennengelernt habe dachten, dass sie seit 2 - 3 Jahren schon wieder abgeflaut sei. Bilder der ganzen Visual Kei Gemeinde stammen meist von Konzerten oder aus dem Yoyogi. Diese Exemplare halten sich da schon seit 20 - 30 Jahre! Seit so langer Zeit gilt dieser Platz als Bühne für solche Outfits. Heute gab's dann eine Standortverlagerung nach Makuhari Messe - eines der bedeutendsten japanischen Kongresszentren (ja, das "Messe" ist aus dem Deutschen übernommen worden). Im Vorfeld habe ich lange mit mir gehadert, ob mir die Sache fiesteure 150Euro für zwei Tage wert sein soll. Da rettet auch eine gratis Tasche und ein Getränk nichts. Viel Geld für mich, zumal ich es selbst verdienen muss. Ich habe mir kein Ticket gekauft, kein Zwei-Tages-Ticket und auch kein Ein-Tages-Ticket. Das war es mir einfach nicht wert. Von diesem Geld lebe ich mit allem drum und dran ein Drittel eines Monats. Reisen ist mir dann doch viel wichtiger. Und warum soll ich das ausgeben, wenn die Veranstalter davon reden, dieses Festival nächstes Jahr vielleicht nach Deutschland zu bringen? 13000Yen wollten sie ja immer noch für einen Tag. Und als ich vor der Tür der Halle stand, war ich enttäuscht. Das ganze Festivalgelände war nichts weiter als eine Halle mit Bühnen und außerhalb ein paar Stände. Die Hauptbands des heutigen Tages habe ich alle schon live gesehen, den Main Act sogar schon vier mal. Selbst die pilgernden Visual Kei Fans (anders als in Deutschland maßen sie sich nicht an, sich selber Visual Kei bzw. Visu zu nennen) konnten mich nicht mitreißen für einen Tag fast 100Euro auszugeben (sie haben wirklich 13000 verlangt!). Ich breue es auch nicht wirklich. Die Musik war so laut, dass ich mich draußen auf eine Bank gesetzt, die Augen geschlossen und zugehört habe.
Abonnieren
Posts (Atom)
