Samstag, 31. Oktober 2009

Kleinigkeiten in Tokyo I

In Tokyo findet man manches, das nicht ganz in das übliche Bild reinpasst und das sich zwischen all den neuen Sachen verkrümelt hat. Hier mal ein paar Einblicke:
Es mutet ein wenig antik an und hat eine schöne Wirkung, wenn so eine "Old-style"-Straßenlampe an der Hauptstraße steht. Das schöne Wohngebäude steht wie viele seiner Art mitten zwischen Hochhäusern im Herzen Tokyos.
Das japanische Äquivalent zu christlichen Kreuzen am Wegesrand.
Ein total uriges Geschäft, das - soweit ich sehen konnte - Stoff verkauft.
Noch ein Haus.
Und ein Miniaturgärtchen.Und die Gullideckel. Sind doch sehr fotografierenswert! xD Das sind Kirschblüten - Sakura.

Freitag, 30. Oktober 2009

Löcher, Baumkuchen & Bier

Kinder! Argh! Manchmal einfach nur aaaargh! Guckt euch das mal an: Es macht nämlich anscheinend ziemlich Spaß den Knubbelfinger volle Möhre in ein Papierfenster zu manövrieren und sich anschließend über ein schönes, fettes Loch zu freuen. Und erst recht über den Ärger den man dadurch bekommt xD So ein Fenster ist nicht mal eben neu bespannt.
Und wenn Ärger droht, werden die kleinen Zwerge ganz schnell und flitzen aus dem Zimmer. Hilft auch nichts. Im nächsten Zimmer lauert schon der Papa *mwahahaha*

Art de vivre à l'allemand... nach Baumkuchen muss man hier gar nicht suchen. Nur nach Preisklassen. Man trägt Gucchi, hat eine Vuittonhandtasche und nascht Baumkuchen. "バウムクーヘン, Baumukūhen oder バームクーヘン, Bāmukūhen ist in Japan, wohin er von einem deutschen Konditor gebracht wurde, eine der beliebtesten Backwaren überhaupt und trotz seines relativ hohen Preises zumindest abgepackt in fast jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich." (Wiki) Ich weiß ja nicht,..., aber er hat keinen besonderen Geschmack, auch wenn er mit Vanille- oder Schokoaroma erhältlich ist. Ich muss ihn mal in Deutschland probieren. Als ich Japanern nämlich erzählt habe, dass ich noch nie Baumkuchen gegessen hätte, waren sie so bestürzt, weil sie glaubten, "Deutsche äßen das täglich". Und jetzt war etwas, das sie für so typisch deutsch hielten auf einmal gar nicht so typisch xD Denken Japaner an Deutschland haben sie sowieso nur Bier und Würstchen vor sich. Japaner assoziieren Essen mit Ländern. Viel mehr als Deutsche es tun. Denken wir an Bauten, Kultur und Eigenheiten oder an profaneren Sonne/Strand-Urlaub, so sind Reiseländer für sie "Da gibt es das und das zu essen." Als ich von dieser Marotte gelesen habe, tat ich es als Vorurteil ab. Leider stimmt es aber. 90% des ersten Smalltalks mit Japanern hatte einen Beleg dieser Aussage zum Ergebnis. Die folgende Frage ist immer gemein: "Wie schmeckt dir Bier in Japan?" Was wollt ihr hören? Keine Ahnung, ich bleibe bei der Wahrheit. Deutsches Bier ist klar vorzuziehen, wobei Japaner mit den Marken Asahi, Kirin und Sapporo gute heimische Biere haben. Was aber ein absoluter Nachteil ist, sind die Preise. Horrend! Und: Finger weg von Suntory... e-k-l-i-g!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

浅草 & 

Asakusa, der "Tempelbezirk" Tokyos - eigentlich nur eine Anhäufung ein paar Tempel mit ein bisschen Grün - stand heute auf meinem Plan. Und weil ich mir dachte: "Ach komm, soweit können zwei Viertel nicht auseinander liegen, also läufst du mal von der Ueno Station nach Asakusa" habe ich also Tokyos Nontouri-Gegend zu Fuß erkundet. Und es hat sich wirklich gelohnt! Weil ich mich natürlich verfranst hab, bin ich durch merkwürdigste Areas geeiert. Den ganzen Straßenzug der Hauptverbindung von Ueno nach Asakusa entlang, war ein Schreingeschäft nach dem Anderen. Alle verkauften Shinto- und Buddhaschreine für den Hausgebrauch und andere religiöse Utensilien. In manchen Geschäften sah man sogar Männer bei der Schnitzarbeit. Total toll! In Asakusa selber stehen sehr viele Tempel eingepfercht zwischen den Häusern. Wie gesagt, kommt man von der Hauptstraße ab, hat man oft das alte Edofeeling mit schmalen Straßen, knuffigen Häusern, Tempeln undundund
So stand auch das Torii einfach mal da so rum.
Oder auch mal größere Tempel. Den wird wohl kaum ein Touri sehen... wenn er nicht gerade so verplant wie ich durch Asakusa wackelt xDSchon ziemlich cool. Tolle alte Anlagen in direkter Nachbarschaft zu "Wohnwaben". Die Megawohnkomplexe sind für mich nichts anderes. Manchmal ist es ziemlich gruselig, wenn ich abends aus Tokyo rausfahre und nichts anderes sehe, als "Matrix"artige Menschenunterbringungen. 30 Millionen Menschen müssen ja irgenwo schlafen. Wusstet ihr, dass die 23 Bezirke Tokyos (Tokyo als Stadt im administrativen, politischen Sinne wurde 1943 aufgelöst) auf 13650 Einwohner pro km² kommen? Tokyo ist ein faszinierender Moloch!
Da hab ich mich gefreut, als ich das zu sehen bekam. Das hieß nämlich, dass ich meinem eigentlichen Ziel näher gekommen bin xD Asakusa hat viele Passagen und überdachte Bürgersteige, in/an deren Geschäfte man allerhand Krams für lau erwerben kann. Aber eins ging bisher noch nicht in Tokyo: Feilschen. Preis ist Preis. Außer du hast Vitamin B x)
Direkt hinter dem Tempelbezirk ist ein Vergnügungspark... Japaner xDEin paar Fotos aus dem Inneren.Wie man sieht, ist das nicht sehr groß. Kamakura oder Kyoto sind ganze Tempelstädte im Vergleich dazu. Rechts unten sehr ihr das Symbol für buddhistische Tempel. Es mutet schon ein wenig absonderlich an...Blumen, deren Name ich natürlich vergessen hab. Die gibt es immer an Tempeln zu Hauf zu kaufen.Es war ziemlich viel los...Die kultige U-Bahn Station x)

Danach hab ich mich nach Ginza fahren lassen. Zu DEM Apple Store in Tokyo. Apple hat nämlich ein neues MacBook und eine neue Maus rausgebracht, die es zu bewundern galt x3

Mittwoch, 28. Oktober 2009

柿 - かき

Kakis sind japanische Früchte, die von ihrem Aussehen am ehesten einer orangenen Tomate entsprechen, aber nach gar nichts Bekanntem schmecken. Aber recht lecker.Je weicher sie sind, desto süßlicher ist der Geschmack. Man bekommt sie hier für 60Yen das Stück (45c), wohingegen sie in Deutschland richtig teuer und gar nicht schmackhaft sein sollen (laut Miwa). Und jaa, sie haben eine schöne viereckige Form xDAuch Orangen schmecken hier viiiiiel besser x) Nja, die esse ich zur Zeit wie ein Weltmeister.. ich brauch nämlich viel Vitamin C, weil ich mir eine fiese Erkältung eingefangen hab *sfz* Wie kommt man auch drum herum, wenn die ganze Familie krank ist?

Dienstag, 27. Oktober 2009

Vie de France

Japaner mögen Europa sehr. Sie mögen das Aussehen der Westler, den europäische Lebensstil, alles was daher kommt und was sich danach anhört. Es gibt genau eine Tasche, die "in" ist und die mal wieder die japanische Konformität und Gruppenzugehörigkeit ausdrückt: Louis Vuitton. Jede Japanerin hat eine Tasche oder einen Geldbeutel von Louis Vuitton. Warum? Nicht weil sie schön aussehen mit ihrem biederen, langweiligen, häßlichen Braun. Es gilt als Insignie des europäischen "Art de vivre". Noch nicht gewusst? Nanana, Japaner scheinen die besseren Europäer zu sein xD Es sieht wirklich schrecklich aus, in einem Zug voller sexy, schick und modisch gekleideter Frauen zu sitzen und von diesem Kackbraun umgeben zu sein. "Eine Tasche von Vuitton trägt man nicht der Ästhetik wegen, sondern als Statussymbol, als Zeichen der Zugehörigkeit zur Klasse." (Darum nerven Japaner - Neumann). 95% der Japaner geben in Umfragen an, der Mittelklasse zuzugehören. Eh ja. Da macht nur noch die Größe des Vuittonfetzens den Unterschied. Dafür gehen Oberschülerinnen sogar mit älteren Geschäftsmännern ins Bett ("Enjokosai")... Für eine Tasche mit der sie nichts weiter zeigen als: Ich bin genau wie alle anderen. Vuittons Verkaufspreise liegen in Japan auf dem eineinhalbfachen Niveau, was 50.000 - 60.000 Yen (370 - 450 Euro) für ein kleines Taschenmodell entspricht. Meinen sie wirklich damit ihrem Ideal näherzukommen?
Wenn ich durch Kaufhäuser gehe, werde ich oft betrübt. In der Kosmetikabteilung, die sich immer am Haupteingang befindet, hängt kein einziges Werbe- oder Markenposter einer "weltlichen" Kosmetiklinie, auf der eine Asiatin zu sehen ist. Nur westliche Models. Wie fühlt sich eine Japanerin, wenn ihr dauernd suggeriert wird, dass sie niemals das von der Modeindustrie vorgegaukelte, perfekte Schönheitsideal erreichen kann? Dass sie nicht "schön" ist, wegen ihrer kleinen, dunklen Augen, die groß geschminkt werden; wegen ihrer geringeren Körpergröße, die sie durch Highheels wettzumachen versuchen; wegen ihrer Haarstruktur, die mit viel Geld aufgehellt werden?
Und Bäckerein à la français gibt es an jeder Ecke. Es haben sich richtige Boulangerieketten gebildet, die Bahnstationen, Kaufhäuser und Straßen mit Pseudogebäck überschwemmen. Pseudo deshalb, weil Japaner das vermeintlich französische japanisiert haben. Baguette haben eine 3-Tage-im-Freien-gelegen Konsistenz und es gibt auch schon mal "Grüner Tee Gebäck", das als französische Spezialität angeboten wird. Aber Deutsche sind nicht besser mit ihren "chinesischen" Restaurants. Assimilation ist nur natürlich. "Richtig" chinesisches Essen würde Deutschen wahrscheinlich gar nicht schmecken. Japan hat nur ein kleines Problemchen, da es nicht wirklich viele Einwanderer gibt (3000 Italiener; Deutschland hat 600000), die sich dann auch noch vor den Herd stellen, um landestypische Kost mundgerecht für Japaner herzustellen. So werden italienische, französische, indische ... Restaurants von japanischer Hand geführt. So schmecken hier auch Pizzen... etoo... außergewöhnlich. Wie wäre es mit Algen-Soja-Pizza? Oder in süßer Variante als Marmeladenpizza?

Montag, 26. Oktober 2009

雨 & ラーメン

Heute wurde ich unter Fluten des Pazifiks begraben, die auf Tokyo niederpeitschten. Übel. Und dunkel. Das erste Zeichen aus der Überschrift "雨" - Ame - bedeutet Regen. Ich finde es ist wie ein schönes Bild, in dem Regen an ein Fenster fällt.

Japan-Special Essen: ラーメン - Rāmen. Eine ursprünglich chinesische Nudelsuppe und in europäischen Breiten als Instant-Nudelsuppe bekannt. Bekommt man hier auch in allen erdenklichen Formen - sogar vegetarisch x)
Instantsuppen gibt es meist in Styroporbehältern, in denen die Nudeln mit einem Klumpen Zutaten und einem Pulverpäckchen enthalten sind. Pulver drüberstreuen, heißes Wasser eingießen, Deckel zumachen, warten und fertig.
Asiatisches Fast Food. Pro Portion an die 500kcal.

Wie man lange Nudeln mit Stäbchen essen kann? xD Einfach den in den Mund stecken und hochziehen. Schlürfen erlaubt! x) Die Suppe kann man direkt aus dem Behälter trinken.
In Convenient Stores - Konbini - wird heißes Wasser zur Verfügung gestellt, damit man seine eben erworbenen Ramen direkt als Mittagspausensnack genießen kann.

Sonntag, 25. Oktober 2009

V-Rock Mekka 2009

Und weil ich heute morgen meinen Popo nicht vom Futon hieven konnte, bin ich da statt um Einlassbeginn (9:00 am) erst um 11:00 in Makuhari Messe beim V-Rock Festival angekommen... 30.000 Besucher aus 49 Ländern an einem Fleck. VISUAL KEI!! Da war mein kleines Herzchen mit Bubbern völlig überfordert xD Muss man sonst in Tokyo (!) Visual Kei mit der Lupe suchen (wenn man nicht gerade in der Takeshita Street oder Sonntags am Yoyogi in Harajuku ist), war hier das Festival der Festivals dieser Musik- bzw. Kleidungssparte. Eigentlich drückt der Begriff "Visual Kei" nur einen Kleidungsstil aus, wird aber als Oberbegriff für Bands verwendet, die sich dem Genre zugesprochen haben (oder auch nicht). Visual Kei ist aber keine rein japanische Erfindung, sondern wird von Japanern als weiteführende Form der Stile von Kiss, Visage und all diesen Bands gesehen, die sich wiederum an dem japanischen Kabuki orientiert haben sollen (Traditionelles japanisches Theater). Mehr zu dem Thema könnt ihr unter Wikipedia erfahren.
Bevor ich nach Japan gekommen bin, dachte ich, Visual Kei und seine Ausläufer seien hier richtig bekannt. Die "Großen" dieser Sparte spielen immerhin in den größten Hallen Japans. Aber weit gefehlt. Kaum ein japanischer Jugendlicher kennt "the Gazette", "Miyavi", "Malice Mizer", "Dir en Grey", "Moi dix Mois" und so weiter und so weiter. Es nimmt selbst in Tokyo nur eine Untergrundszene ein, von der die meisten Japaner, die ich kennengelernt habe dachten, dass sie seit 2 - 3 Jahren schon wieder abgeflaut sei. Bilder der ganzen Visual Kei Gemeinde stammen meist von Konzerten oder aus dem Yoyogi. Diese Exemplare halten sich da schon seit 20 - 30 Jahre! Seit so langer Zeit gilt dieser Platz als Bühne für solche Outfits. Heute gab's dann eine Standortverlagerung nach Makuhari Messe - eines der bedeutendsten japanischen Kongresszentren (ja, das "Messe" ist aus dem Deutschen übernommen worden). Im Vorfeld habe ich lange mit mir gehadert, ob mir die Sache fiesteure 150Euro für zwei Tage wert sein soll. Da rettet auch eine gratis Tasche und ein Getränk nichts. Viel Geld für mich, zumal ich es selbst verdienen muss. Ich habe mir kein Ticket gekauft, kein Zwei-Tages-Ticket und auch kein Ein-Tages-Ticket. Das war es mir einfach nicht wert. Von diesem Geld lebe ich mit allem drum und dran ein Drittel eines Monats. Reisen ist mir dann doch viel wichtiger. Und warum soll ich das ausgeben, wenn die Veranstalter davon reden, dieses Festival nächstes Jahr vielleicht nach Deutschland zu bringen? 13000Yen wollten sie ja immer noch für einen Tag. Und als ich vor der Tür der Halle stand, war ich enttäuscht. Das ganze Festivalgelände war nichts weiter als eine Halle mit Bühnen und außerhalb ein paar Stände. Die Hauptbands des heutigen Tages habe ich alle schon live gesehen, den Main Act sogar schon vier mal. Selbst die pilgernden Visual Kei Fans (anders als in Deutschland maßen sie sich nicht an, sich selber Visual Kei bzw. Visu zu nennen) konnten mich nicht mitreißen für einen Tag fast 100Euro auszugeben (sie haben wirklich 13000 verlangt!). Ich breue es auch nicht wirklich. Die Musik war so laut, dass ich mich draußen auf eine Bank gesetzt, die Augen geschlossen und zugehört habe.

Vom Bahnhof Kaihin-Makuhari zur Veranstaltungshalle war es ein bestimmt 10 minütiger Fußweg. Wäre das Wetter besser gewesen, hätte ich das Rad genommen, was insgesamt 20 - 30 Minuten gedauert hätte, statt über eine Stunde mit Zügen.
Die Halle mit dem Zuweg.
Halle von der Seite.
Und mein Lauschangriffplätzchen x)Gelände. Man sieht deutlich, dass das Ticketpensum nicht ausgeschöpft worden ist.
Oben.

Eins von drei Videos.
Und das Kongresszentrum.Alles Makuhari Messe. Jaja. Sehr lange war ich nicht dort. Es war ein wenig kalt und so der Knüller ist das jetzt auch nicht, passiv Lives mitzubekommen xD